Das Dixieland ist ein mehrtägiges Jazz-Festival verbunden mit einem großen Volksfest in Dresden. Es wurde 1971 auf Initiative von Karlheinz Drechsel, Erich Knebel, Joachim Schlese und noch ein paar anderen gegründet. Unter der Leitung von Joachim Schlese findet das Festival in der zweiten Maiwoche jeden Jahres statt. Den Auftakt gibt dabei das Dixieland in Familie im Zoo Dresden. Der Startschuss fällt dann mit einer neuen Folge des Dixieland-ABCs namens „Mit Triangel und Klapperholz“ für die jungen Gäste des Festivals. Es gibt viele kleine Events in Dresdner Bars und Clubs, aber auch feste Programmveranstaltungen, wie die Dixie-Nacht oder der Jazz-Band-Ball. Aufführungsorte sind zum Beispiel der Kulturpalast oder der Flughafen Dresden.

Die erste „Street Parade“, an der alle beteiligten Musiker teilnahmen, fand 1978 statt und versammelte sogar mehr Menschen auf der Straße, als die von der SED angeordneten Paraden am 01.Mai. So, wie man es meistens aus amerikanischen Serien kennt, standen viele tausend Menschen Schlange an den Vorverkaufsstellen, um Eintrittskarten zu dem Festival zu bekommen. Vor den Vorverkaufsstellen wird sich schon Tage vorher angestellt und dann gecampt und übernachtet. Es entwickelten sich über die Jahre auch Wartegemeinschaften, nachdem 1989 der Extremfall eintrat, wo sich die ersten Fans schon vierzehn Tage vorher angestellt haben. Das Festival war mehr als nur ein Ort der Musik, es war ein Fieber, eine Lebenseinstellung.

Damals in der DDR gab es keine große Freiheit, kein Westfernsehen und wirtschaftliche Engpässe, doch das Flair des Festivals begeisterte alle Dresdner, weswegen sie es auch so sehr liebten und sich damit identifizierten. Allerdings nahm die SED trotzdem Einfluss auf das Festival, um ihren Staat nicht zu gefährden. Es galt erhöhte Sicherheit und es waren sehr viele Sicherheitskräfte im Einsatz. Ost- und Westmusiker wurden außerdem möglichst weit entfernt voneinander einquartiert und es gab, wie bei allen anderen Festivitäten, die üblichen Einschränkungen der SED. Zusätzlich wurden Bands aus dem sozialistischen Umkreis eingeladen, da es auch untersagt war, dass ostdeutsche und westdeutsche Musiker nacheinander auftraten. Allerdings wurden die Vorgaben kaum umgesetzt, sondern, wie im Jazz üblich, wurde alles sehr spontan und stimmungsabhängig entschieden; zum Glück ohne dramatische Konsequenzen.

Nach der Grenzöffnung 1989 ging es dann für die Leiter und Organisatoren in den Westen zu einem langjährigen Freund, um die Kultur des Westens kennenzulernen sowie wichtige Sponsoren und mögliche Unterstützer des Festivals. Außerdem wollte man die wichtigen und bekannten Menschen als auch die erfolgreichen Musiker der westlichen Länder kennenlernen. Daraufhin kam es auch dazu, dass zum 20. Dixieland Festival kein Konzert ausverkauft war, da die Ostbevölkerung lieber das neue, freie und offene Europa entdecken wollte.

1990 wurde dann die Sächsische Festival Vereinigung e.V. als Träger des Festivals gegründet, um die Entwicklung, Förderung und Unterstützung des Festivals voranzutreiben. Über 150 Mitstreiter sind aktuell am Festival beteiligt oder beteiligt gewesen.

Ein „Willkommen an Bord“ durch die älteste Raddampferflotte eröffnet traditionell das Festival und das am Freitag stattfindende Dixieland International wird live vom MDR Radiosender übertragen. Die Dresdner Jazz-Meile findet am Sonntag mit einer Vielzahl von Bands auf vielen verschiedenen Bühnen statt. Am letzten Sonntag gibt es dann ein Open-Air Jazz Konzert in der Jungen Garde und den Abschluss des Festivals bildet die berühmte Dixieland-Parade. Während des Umbaus des Kulturpalastes musste das Festival seinen Hauptspielort verlegen, aber mittlerweile sind die Umbauarbeiten glücklicherweise abgeschlossen. Nächstes Jahr feiert das Festival sogar schon 50-jähriges Jubiläum. Das finanzielle Budget des Dixieland Festivals beläuft sich auf 600.000 Euro und es verzeichnet mittlerweile schon mehr als 500.000 Freunde der Jazz-Musik.

Seit der Gründung 1978 bis jetzt erlebten mehr als 7 Millionen Dixieland-Besucher über 800 Bands bestehend aus insgesamt mehr als 6.350 Jazzern aus 32 Ländern von vier verschiedenen Kontinenten.

Die größten Highlights des Festivals gliedern sich wie folgt auf:

  • 17.05.2020 Dixieland in Familie
  • 20.05..2020 Riverboat-Shuffle
  • 21.05.2020 Die Jubiläumsgala
  • 22.05.2020 Blues, Boogie und Swing + Das große Konzert
  • 23.05.2020 Jubiläumsparty
  • 24.05.2020 Open-Air Gala

Dabei sind die Ticketkosten für die verschiedenen Events sehr verschieden. Wo es eine „Dixieland-ABC“ Karte ab 8,50 Euro gibt, kostet eine Karte für die Jubiläumsgala mindestens 53,00 Euro.

Musikfestivals sind sehr wichtig für eine Stadt, eine Region und einen Landkreis, da sie viele verschiedene und wichtige Funktionen besitzen. Festivals verbinden Menschen gleicher Geschmäcker miteinander, teilweise auch gleicher Ideologien, Gedanken oder politischen Einstellungen. Manche Festivals sind auch schon zum Zeichen einer Bewegung geworden.

Städte werden durch die durchweg positiven Stimmungen belebt und repräsentieren die Stadt auch nach außen hin. Sie sind oft die wichtigsten Aushängeschilder der Städte auf deren Websites. Die meisten Festivals haben auch Tradition und eine gemeinsame Geschichte mit der Stadt in der sie stattfinden, weswegen diese stark miteinander verwoben sind und ebenfalls wichtig um die (gemeinsame) Geschichte zu zelebrieren. Zusätzlich stärkt das Festival das eigene Heimatgefühl und die eigene Zugehörigkeit zu seiner Stadt und Region.

Sie bieten die ideale Gelegenheit, um aus seinem Umfeld und seinem Trott zu entfliehen und sich ganz der Musik hinzugeben – egal in welcher Form auch immer. Bei entspannten Festivals genießt man die eigene, innere Ruhe, aber auch bei Party Festivals mit Alkohol kommt man auf andere Gedanken und kann Spaß haben.

Ebenfalls sind Festivals perfekt geeignet um mal wieder Zeit mit den Freunden zu verbringen und sich ein schönes Wochenende beziehungsweise einen schönen Abend zu machen. Natürlich ist es aber auch möglich viele neue Leute und Gleichgesinnte auf Festivals zu finden und neue Freundschaften zu knüpfen.

Ein Festival ist in gewisser Weise auch das Verschmelzen zu einer Gemeinschaft, zu einer Musik und zu einer (neuen) Kultur. Die verschiedenen Besucher und Musiker bringen ihre eigene Kultur, Musik, Stimmung, Ansicht und Lebenseinstellung mit, die bei einem Festival alle miteinander verschmelzen und etwas großartiges neues entstehen lassen. Das heißt auch, dass das Festival ein Ort ist, an dem man akzeptiert wird mit all seinen Fehlern und Schwächen. Man gehört dazu und ist Teil von etwas Ganzem und etwas ganz, ganz Großem.

Schon die Geschichte zeigt, dass Festivals auch früher schon sehr beliebt und wichtig waren. In Griechenland wurden dafür sogar extra Festival-Städte gegründet und die Römer errichteten riesige Zirkusarenen mit Plätzen für bis zu 250000 Besuchern. Daran anknüpfend gab es auch im Mittelalter „Festivals“, die zwar eher religiöse Feste waren, aber auch da haben sich Menschen zu einer gemeinsamen Sache beziehungsweise Feier getroffen und etwas in einer Gemeinschaft zelebriert.

Damals wie heute sind Festivals natürlich auch ein riesiger Umsatzgenerator für die lokale Wirtschaft, zum Beispiel für die Hotellerie, die Gastronomie und den Einzelhandel an der Ecke.

Das Dixieland Festival ist dafür das perfekte Beispiel. Es wurde einst als Jazz-Festival gegründet und die Besucher wuchsen rapide. Es unterlag ständigen Veränderungen, Vergrößerungen und Verbesserungen. Immer mehr Bands traten auf, immer mehr Spielorte kamen dazu und immer mehr Aktionen wurden geplant sowie anschließend durchgeführt. Es war auch ein Festival, welches sich nicht wirklich an die Vorgaben der SED gehalten hat und damit ein wichtiges Statement gesetzt und „rebelliert“ hat. Die Menschen bekamen Frieden, Freiheit und Hoffnung während des Festivals und genossen die Zeit in vollen Zügen. Heute ist das Festival ein zentrales und wichtiges Aushängeschild der Stadt Dresden und zieht jährlich viele tausend Menschen in unsere Landeshauptstadt.

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